Weibliche Würde

Die Würde der Frau ist unantastbar.

KALI sei Dank: Weiblichkeit als etwas Würdeloses – das kommt uns heutzutage fremd vor.

Und wenn man dem Thema auf den Grund gehen will, dann fallen uns vielleicht noch Zwangshochzeiten in Arabien ein, Abtreibungen von Mädchen in China und die bösen, bösen Pornos in den Wohnungen der Ewig-Anderen.

Ich behaupte, dass die wirklich interessanten und relevanten Verletzungen weiblicher Würde aber dort geschehen, wo wir sie eben nicht (mehr) sehen können, wo die Spuren dessen nicht außen und nicht erst woanders stattfinden, sondern hier und jetzt, in meinem Leben und in meinem Umgang mit Körper, in meiner Auswahl von Kleidung, Bewegungen, Blicken und Co. Der Knackpunkt des ganzen Themas, der geschieht nicht erst dort, wo jeder ja schon irgendwie Bescheid weiß. Der geschieht in den ganz gewöhnlichen Ideen davon, wie eine Frau zu sein, zu fühlen, zu leben hat. In jenen Ideen, die es im Laufe der Zeit tatsächlich geschafft haben, sich als unsere eigenen Ideen zu tarnen und sich schließlich als Teil unserer „Persönlichkeit“ in uns einzuschleichen.

Weibliche Würde in jeder, jeder, jeder Situation, das ist unser Geburtsrecht als Körper. Der Mensch in seiner grandiosen Kultur, in seiner fanatischen Abgrenzung vom Tier musste da mal wieder ein paar Ausnahmen einbauen. Situationen, die er versteckt, weil er sich darin würdeloser vorkommt, als er sich nun mal gerne vorkommen möchte. So kommt es, dass wir uns in einigen Klamotten würdevoller vorkommen als in anderen oder keinen. Und sowieso mehr, wenn die Achselhöhlen rasiert sind und wir unsere Gerüche verstecken unter der Kokos-Mango-Dusche mit Seidenproteinen. Und da wir gerade alle schon so drin sind im Verstecken, finden wir es am besten gleich auch noch entwürdigend, zu bluten. Ein guter Grund, um Bauchkrämpfe zu kriegen…

Wirkliche natürliche freudige WÜRDE zu erleben hat viel mit WUT zu tun, mit unserer instinktiven Kraft, auf unserem Leben zu bestehen und es zu verteidigen – mit all seinen Aspekten. Je mehr ich meinen Körper von innen und von unten heraus spüre, desto schneller erledigt sich die Frage nach der Würde.

Dazu also ein Raum voller Frauen, um das alles wieder zu erinnern: Mein Körper ist wichtig. Meine Beine sind wichtig. Mein Blut ist wichtig. Unsere Anwältin dafür ist eine gesunde, klare Rage, die uns atmen und spüren und leben lässt. Drei feierliche Abende für dich, für mich, für uns – für eine körperliche Erfahrung von Würde. Freies Atmen und Sein, bis ich schließlich… ich selbst bin. Wir werden sehen: Würde ist weder altmodisch noch anstrengend, weder künstlich noch stolz - Würde ist das Entspannteste und Kreatürlichste der Welt: so zu sein, wie ich bin. Und sich dafür so wenig zu entschuldigen wie ein Tier. Sorry: sogar ohne Sorry.

Die Würde der Frau ist unantastbar.

©Ilan Stephani
www.kalis-kuss.de
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